29.03. bis 02.04.2026: Bildungsfahrt in Klasse 9 nach Krakau, Auschwitz und Kreisau

An den fünf Tagen unserer Reise begaben wir uns auf die Spuren der deutschen Vergangenheit im heutigen Polen und näherten uns den Fragen, was Holocaust bedeutet, wie er möglich wurde, was er für die jüdische und polnische Bevölkerung direkt bedeutete und welche Lehren gezogen werden können. Das Ziel unserer Fahrt war über diese direkte Auseinandersetzung mit dem Holocaust zum Nachdenken anzuregen und das eigene Urteilsvermögen zu stärken. Unsere Programmpunkte ergänzten sich wie ein Puzzle und ergaben mit der Zeit ein Gesamtbild.

Am ersten Tag besuchten wir in Krakau die Fabrik von Oskar Schindler – heute ein Museum. Im Vorfeld hatten wir zur Vorbereitung den Film Schindlers Liste geschaut, was sehr hilfreich war. Am zweiten Tag fuhren wir in das „Stammlager“ der Gedenkstätte des früheren deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Es fiel schwer, sich vorzustellen, was Menschen einander antun konnten: grausam deportiert, selektiert, ausgebeutet, gefoltert, gedemütigt und millionenfach ausgelöscht. Die volle Dimension des hasserfüllten, unmenschlichen, faschistischen und rassistischen Denkens der Täterinnen und Täter ließ sich nur ansatzweise erahnen. In Krakau besuchten wir am dritten Tag das jüdische Viertel Kazimierz, darunter die Remu-Synagoge und den an sie angrenzenden jüdischen Friedhof. Außerdem liefen wir die Mauer des ehemaligen jüdischen Ghettos entlang, einer Zwischenstation vor der Vernichtung.

Ein ganz besonderer Höhepunkt war unser Treffen mit der Holocaust-Überlebenden Monika Goldwasser im Jüdischen Museum Galizien in Krakau, die uns ihre traurige und doch Mut machende Lebensgeschichte erzählte. Im Anschluss beantwortete sie geduldig unsere Fragen.

Am nächsten Vormittag erhielten wir in Auschwitz-Birkenau eine Vorstellung von den Lebensumständen und dem durchorganisierten grausamen Alltag der „arbeitsfähigen“ Gefangenen. Menschenverachtung und Vorurteile gegenüber anderen bei gleichzeitiger Selbstüberhöhung haben diese Verbrechen möglich gemacht. Auf dem Rückweg nach Dresden besuchten wir den Gutshof der Familie von Moltke in Kreisau. Die letzten Besitzer aus der Vorkriegszeit engagierten sich während des Zweiten Weltkrieges im Widerstand gegen Hitler. Sie brachten Menschen zusammen, die bereits überlegten, wie ein tolerantes Deutschland mit guten Beziehungen zu den Nachbarländern nach dem Krieg aussehen könnte.

Wir sind nicht verantwortlich für das, was war, aber wir sind verantwortlich für das, was kommt. Max Mannheimer

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